Einheimische insektenfreundliche Pflanzen für den Garten und den Balkon
Beatrice Scheidegger hat in den letzten 30 Jahren in Ziegelried ein Paradies mit verschiedenen Lebensräumen und insektenfreundlichen Pflanzen geschaffen. Sie ist in dieser Zeit zu einer Wildbienen- und Schmetterlingsspezialistin geworden und befasst sich mit den spezifischen Futterpflanzen für diese Insekten. Auf ihrem Gelände tummeln sich 20 Libellen‑, 48 Tagfalter‑, 18 Heuschrecken- und 120 Wildbienenarten. Ihr Anliegen ist, dass auch mit wenig Aufwand in jedem Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse eine Oase für Insekten geschaffen werden kann.
Die Umweltgruppe möchte die Chäsitzerinnen und Chäsitzer mit Garten und alle, die einen Balkon oder eine Terrasse haben, dazu animieren, sich und den Tieren ein Paradies zu schaffen.
Um die Biodiversität zu fördern und sich an blühenden Pflanzen zu erfreuen, wird eine Auswahl an verschiedenen geeigneten einheimischen Pflanzen vorgestellt. Diese Blütenpflanzen dienen als wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und andere Insekten und sind daher sehr empfehlenswert für einen insektenfreundlichen Garten.
Als Bodendecker:
- Hufeisenklee
- Frühlingsfingerkraut
- Scharfer Mauerpfeffer
- Kleines Immergrün
Blütenpflanzen bis ca. 1.20m:
- Natternkopf
- Wilde Malve
- Aufrechter Ziest
- Ochsenzunge
- Acker- und Knäuelglockenblume
- Klatschmohn
- Wasserdost
- Witwenblumen und Flockenblumen
- Wiesensalbei
- Karthäusernelke
- grosse Fetthenne
Kräuter und Gemüsepflanzen:
- Thymian
- Echter Dost (Majoran)
- Petersilie
- Schnittlauch
- Zierfenchel
- verschiedener Salbei
- Borretsch
- Diverse Gemüse, wovon man ein Exemplar blühen lässt.
- Küchenkräuter blühen oft noch im Herbst und bieten Nektar an
Mittelgrosse Pflanzen bis ca. 1.80m:
- Eselsdistel
- Wegwarte
- Wollköpfige Kratzdistel
- Kardendistel
- weisser und gelber Honigklee
Sträucher und Kletterpflanzen:
- Stachel-und Johannisbeeren
- Brombeere
- Himbeere
- Diverse Weidenarten, z.B. Salweide männlich
- Weiss- und Schwarzdorn
- Feldahorn
- Blasenstrauch
- Wolliger und gemeiner Schneeball
- Pfaffenhütchen
Balkon und Terrasse:
Wenn man auf Geranien und Petunien nicht verzichten will, könnte man eine Mischpflanzung in Kistchen oder Töpfen mit einheimischen Wildpflanzen machen.
Ideen:
Geranium, Glockenblume, ein Küchenkraut, Ochsenzunge
Petunie, ein Storchenschnabel, Frühlingsfingerkraut, Fetthenne
Im Frühling sieht man (leider) in fast jedem Garten Forsythien blühen. Sie sind für 1–2 Wochen ein Farbtupfer, danach ein gewöhnlicher grüner Strauch ohne Früchte. Für Insekten ist er nicht attraktiv, darum findet man keine Käfer, Bienen, Fliegen an den Blüten. Als Ersatz bietet sich die Kornelkirsche (auch Tierlibaum genannt), ein Schwarzdorn mit seinen weissen Blüten oder die Felsenbirne an. Sie blühen auch früh im Jahr und sind somit erste Nahrung für Insekten, und die Früchte werden im Spätsommer gerne von Vögeln gefressen. Von den Früchten des Schwarzdorns und der Felsenbirne können Konfitüren gemacht werden.
Was brauchen denn Insekten überhaupt für Nahrung?
Schmetterlinge: Für sie sind die Futterpflanzen für ihre Raupen sehr wichtig.
Beispiele:
Brennnessel: Futterpflanze für ca.50 Falter wie Tagpfauenauge, Admiral und Kleiner Fuchs
Zierfenchel und wilde Möhre (kann auch in Töpfe gepflanzt werden): die Futterpflanzen für den Schwalbenschwanz
Weiss- und Schwarzdorn benutzen auch unscheinbare Falter für die Eiablage.
Für ihre kurze Lebensdauer nehmen die Falter gerne den Nektar von blühenden Pflanzen auf.
Raupen von Spinnern legen oft massenhaft Eier auf Sträucher. Die ausgeschlüpften Raupen wirken auf einige Leute etwas «gruusig». Die Vögel sind aber für ihre Jungen auf diese eiweissreiche Nahrung angewiesen, und die Sträucher erholen sich wieder vom Blattfrass.
Wildbienen: Es gibt in der Schweiz 615 verschiedene Wildbienenarten. Sie saugen Nektar und sammeln Pollen für ihren Nachwuchs. Manche benutzen verschiedene Pflanzenarten, andere sind auf ganz spezifische Blüten angewiesen. Falls dieses Angebot fehlt, sind sie gefährdet.
Die oben genannten Blütenpflanzen und Sträucher wie Weissdorn und Schwarzdorn sind für viele Wildbienenarten sehr wichtig. Zu Jedem Bienenhotel gehören auch die Futterpflanzen dazu.
Käfer: Sehr viele Käfer brauchen für ihren Nachwuchs Holz. Ein Asthaufen und ein Stück Totholzstamm sind sehr wertvoll und brauchen nicht viel Platz im Garten.
Anleitungen/Merkblätter für den Bau von Asthaufen und Totholzhecken finden sich in den entsprechenden Berichten.
Libellen: Ein kleiner Teich im Garten kann Libellen anziehen. Sie ernähren sich von anderen Insekten.
Falls Sie invasive Neophyten im Garten haben, gibt es hier eine Auswahl an Ersatzpflanzen.
| Invasive Neophyten | Einheimische Ersatzpflanzen |
| Sommerflieder (Buddleia davidii) | Sanddorn (Hippophaë rhamnoides) |
| Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) | |
| Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) | Lorbeer (Laurus nobilis) |
| Eibe (Taxus baccata)
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| Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) | Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) |
| Spätblühende Goldrute (Solidago gigantea) | Königskerze (Verbascum thapsus) |
| Johanniskraut (Hypericum perforatum) | |
| Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris, nicht punctata) |
Die ganze Liste der Ersatzpflanzen kann dem pdf von infoflora.ch entnommen werden.
Text: M.Streit
Quelle: B. Scheidegger, Infoflora







