05SepalldayExkursion Brienz, Mühlebach und TrachtbachVerschiebedatum Sa, 8. Juli

Insektenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten

Insektenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten

Ein­heimis­che insek­ten­fre­undliche Pflanzen für den Garten und den Balkon

Beat­rice Schei­deg­ger hat in den let­zten 30 Jahren in Ziegel­ried ein Paradies mit ver­schiede­nen Leben­sräu­men und insek­ten­fre­undlichen Pflanzen geschaf­fen. Sie ist in dieser Zeit zu ein­er Wild­bi­enen- und Schmetter­lingsspezial­istin gewor­den und befasst sich mit den spez­i­fis­chen Fut­terpflanzen für diese Insek­ten. Auf ihrem Gelände tum­meln sich 20 Libellen‑, 48 Tagfalter‑, 18 Heuschreck­en- und 120 Wild­bi­ene­narten. Ihr Anliegen ist, dass auch mit wenig Aufwand in jedem Garten, auf dem Balkon oder der Ter­rasse eine Oase für Insek­ten geschaf­fen wer­den kann.

Die Umwelt­gruppe möchte die Chäsitzerin­nen und Chäsitzer mit Garten und alle, die einen Balkon oder eine Ter­rasse haben, dazu ani­mieren, sich und den Tieren ein Paradies zu schaffen.

Um die Bio­di­ver­sität zu fördern und sich an blühen­den Pflanzen zu erfreuen, wird eine Auswahl an ver­schiede­nen geeigneten ein­heimis­chen Pflanzen vorgestellt. Diese Blütenpflanzen dienen als wichtige Nahrungsquelle für Wild­bi­enen und andere Insek­ten und sind daher sehr empfehlenswert für einen insek­ten­fre­undlichen Garten.

Als Boden­deck­er:

  • Hufeisen­klee
  • Früh­lings­fin­ger­kraut
  • Schar­fer Mauerpfeffer
  • Kleines Immer­grün

Blütenpflanzen bis ca. 1.20m:

  • Nat­ternkopf
  • Wilde Malve
  • Aufrechter Ziest
  • Ochsen­zunge
  • Ack­er- und Knäuelglockenblume
  • Klatschmohn
  • Wasser­dost
  • Witwen­blu­men und Flockenblumen
  • Wiesen­sal­bei
  • Karthäuser­nelke
  • grosse Fet­thenne

Kräuter und Gemüsepflanzen: 

  • Thymi­an
  • Echter Dost (Majo­ran)
  • Peter­silie
  • Schnit­t­lauch
  • Zier­fenchel
  • ver­schieden­er Salbei
  • Bor­retsch
  • Diverse Gemüse, wovon man ein Exem­plar blühen lässt.
  • Küchenkräuter blühen oft noch im Herb­st und bieten Nek­tar an

Mit­tel­grosse Pflanzen bis ca. 1.80m:

  • Esels­dis­tel
  • Weg­warte
  • Wol­lköp­fige Kratzdistel
  •  Kardendistel
  • weiss­er und gel­ber Honigklee

Sträuch­er und Kletterpflanzen:

  • Stachel-und Johan­nis­beeren
  • Brombeere
  • Him­beere
  • Diverse Wei­denarten, z.B. Sal­wei­de männlich
  • Weiss- und Schwarzdorn
  • Fel­da­horn
  • Blasen­strauch
  • Wol­liger und gemein­er Schneeball
  • Pfaf­fen­hütchen

 

Balkon und Terrasse:

Wenn man auf Geranien und Petu­nien nicht verzicht­en will, kön­nte man eine Mis­ch­pflanzung in Kistchen oder Töpfen mit ein­heimis­chen Wildpflanzen machen.

Ideen:

Gera­ni­um, Glock­en­blume, ein Küchenkraut, Ochsenzunge

Petu­nie, ein Storchen­schn­abel, Früh­lings­fin­ger­kraut, Fetthenne

Im Früh­ling sieht man (lei­der) in fast jedem Garten For­syth­ien blühen. Sie sind für 1–2 Wochen ein Farb­tupfer, danach ein gewöhn­lich­er grün­er Strauch ohne Früchte. Für Insek­ten ist er nicht attrak­tiv, darum find­et man keine Käfer, Bienen, Fliegen an den Blüten. Als Ersatz bietet sich die Kor­nelkirsche (auch Tier­libaum genan­nt), ein Schwarz­dorn mit seinen weis­sen Blüten oder die Felsen­birne an. Sie blühen auch früh im Jahr und sind somit erste Nahrung für Insek­ten, und die Früchte wer­den im Spät­som­mer gerne von Vögeln gefressen. Von den Frücht­en des Schwarz­dorns und der Felsen­birne kön­nen Kon­fitüren gemacht werden.

Was brauchen denn Insek­ten über­haupt für Nahrung?

 Schmetter­linge: Für sie sind die Fut­terpflanzen für ihre Rau­pen sehr wichtig.

Beispiele:

Brennnes­sel: Fut­terpflanze für ca.50 Fal­ter wie Tagp­faue­nauge, Admi­ral und Klein­er Fuchs

Zier­fenchel und wilde Möhre (kann auch in Töpfe gepflanzt wer­den): die Fut­terpflanzen für den Schwalbenschwanz

Weiss- und Schwarz­dorn benutzen auch unschein­bare Fal­ter für die Eiablage.

Für ihre kurze Lebens­dauer nehmen die Fal­ter gerne den Nek­tar von blühen­den Pflanzen auf.

Rau­pen von Spin­nern leg­en oft massen­haft Eier auf Sträuch­er. Die aus­geschlüpften Rau­pen wirken auf einige Leute etwas «gru­usig». Die Vögel sind aber für ihre Jun­gen auf diese eiweis­s­re­iche Nahrung angewiesen, und die Sträuch­er erholen sich wieder vom Blattfrass.

Wild­bi­enen: Es gibt in der Schweiz 615 ver­schiedene Wild­bi­ene­narten. Sie saugen Nek­tar und sam­meln Pollen für ihren Nach­wuchs. Manche benutzen ver­schiedene Pflanzenarten, andere sind auf ganz spez­i­fis­che Blüten angewiesen. Falls dieses Ange­bot fehlt, sind sie gefährdet.

Die oben genan­nten Blütenpflanzen und Sträuch­er wie Weiss­dorn und Schwarz­dorn sind für viele Wild­bi­ene­narten sehr wichtig. Zu Jedem Bienen­ho­tel gehören auch die Fut­terpflanzen dazu.

Käfer: Sehr viele Käfer brauchen für ihren Nach­wuchs Holz. Ein Asthaufen und ein Stück Totholzs­tamm sind sehr wertvoll und brauchen nicht viel Platz im Garten.

Anleitungen/Merkblätter für den Bau von Asthaufen und Totholzheck­en find­en sich in den entsprechen­den Bericht­en.

Libellen: Ein klein­er Teich im Garten kann Libellen anziehen. Sie ernähren sich von anderen Insekten.

Falls Sie inva­sive Neo­phyten im Garten haben, gibt es hier eine Auswahl an Ersatzpflanzen.

Inva­sive Neophyten Ein­heimis­che Ersatzpflanzen
Som­mer­flieder (Bud­dleia davidii) Sand­dorn (Hip­pophaë rhamnoides)
Schwarz­er Hol­un­der (Sam­bu­cus nigra)
Kirschlor­beer (Prunus lau­ro­cera­sus) Lor­beer (Lau­rus nobilis) 
Eibe (Taxus bac­ca­ta)

 

Kanadis­che Gol­drute (Sol­ida­go canaden­sis) Gewöhn­liche Gol­drute (Sol­ida­go vir­gau­rea)
Spät­blühende Gol­drute (Sol­ida­go gigan­tea) Königskerze (Ver­bas­cum thapsus)
Johan­niskraut (Hyper­icum per­fo­ra­tum)
Gewöhn­lich­er Gilb­wei­derich (Lysi­machia vul­garis, nicht punc­ta­ta)

 

Die ganze Liste der Ersatzpflanzen kann dem pdf von infoflora.ch ent­nom­men werden.

Text: M.Streit

Quelle: B. Schei­deg­ger, Infoflora

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